Die Wiener Weihnachtsmärkte: Spiegelbild von Tradition und Zeitgeist

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Seit jeher sehnt sich der Mensch nach Orten, an denen er in der kühlen Vorweihnachtszeit Wärme, Licht und Gemeinschaft findet. Die Weihnachtsmärkte Wiens sind solche Orte. Sie haben sich über die Jahrhunderte hinweg als Herzstücke des weihnachtlichen Wiens etabliert, an denen sowohl Einheimische als auch Besucher aus aller Welt zusammenkommen, um die Magie dieser besonderen Zeit zu erleben.

Doch während die Grundessenz dieser Märkte – die Freude, das Teilen und das Feiern – konstant geblieben ist, haben sie sich auch stetig gewandelt und angepasst. Sie sind nicht nur Zeugen der Tradition, sondern auch Barometer des gesellschaftlichen Wandels. So spiegeln sie Trends, kulturelle Vorlieben und auch die jeweiligen gesellschaftlichen Prioritäten wider.

In ihrer bewegten Geschichte haben die Wiener Weihnachtsmärkte Kriege, wirtschaftliche Höhen und Tiefen sowie soziale Veränderungen überstanden und sich dabei immer wieder neu erfunden. Ob in der Art der angebotenen Waren, der kulinarischen Spezialitäten oder der kulturellen Darbietungen – die Märkte haben stets ein Gespür dafür gehabt, was die Menschen in ihrer jeweiligen Zeit bewegt.

Die Ursprünge der Wiener Christkindlmärkte

Die Geschichte der Weihnachtsmärkte in Wien ist eine faszinierende Reise durch die Zeit, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Frühe Märkte, bekannt als “Thomasmarkt”, wurden am Graben und auf der Brandstätte, vor Sankt Stephan, um den 17. Dezember aufgestellt und am 09. Jänner wieder abgebaut. Diese boten eine Vielzahl von Waren an, darunter auch Produkte wie “Peckn, Lebzelter und Zuggerpacher”.

Die Geburt des ersten Christkindlmarkts

Der erste “Nikolo-, Weihnachts- und Krippenmarkt” fand jedoch erst im Jahr 1722 auf der Freyung statt. Da dort zur gleichen Zeit allerdings auch der reguläre Markt stattfand kam es zu Konflikten zwischen den Standlern. Die 108 Stände wurde 1842 probeweise auf den Platz Am Hof verlegt. Diese Verlegung wurde 1843 definitiv, und die 132 Krippenmarktstände wurden jedes Jahr am 5. Dezember aufgebaut und blieben bis Neujahr stehen.

Veränderungen und Verlegungen im 20. Jahrhundert

Im Jahr 1872 wurden die traditionellen Wiener Jahrmärkte aufgelassen, da sie nach damaliger Ansicht in einer modernen Großstadt nichts mehr verloren hatten. Der Christkindlmarkt bildete jedoch eine Ausnahme und konnte sich etablieren. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Standbauten erneuert und erhielten erstmals elektrische Beleuchtung. Trotz der Beliebtheit des Marktes kam es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere während der Kriegs- und Zwischenkriegszeit, zu vielen örtlichen Verlegungen des Marktes.

Der Wiener Christkindlmarkt findet ein Zuhause am Rathausplatz

Eine bedeutende Veränderung für den Wiener Christkindlmarkt ereignete sich im Jahr 1975, als der Markt eine dauerhafte Heimstätte vor dem Rathaus fand. Ursprünglich als Provisorium während des Baus der Tiefgarage vor dem Messepalast gedacht, wurde diese Lösung allseits akzeptiert und ist bis heute Bestandteil der Wiener Weihnachtstradition. Der Christkindlmarkt wurde 1986 erweitert und von weihnachtsfremden Branchen gesäubert. Zudem wurde der Rathauspark in die Weihnachtsgestaltung einbezogen und von namhaften Künstlern gestaltet. Lest auch meine persönlichen Erfahrungen über die Entwicklung des Weihnachtsmarkst am Rathausplatz.

Wien ein Eldorado für Weihnachtsmarktfans

Seit den 1980er Jahren sind sehr viele “kleinere” Christkindlmärkte vor verschiedenen prächtigen Kulissen in den Innenbezirken entstanden. Alleine der erste Bezirk hat mindestens sechs Weihnachtsmärkte. Was bedeutet, dass man einen Besuch der Wiener Sehenswürdigkeiten bequem mit Weihnachtsmarktbesuchen verbinden kann. Aber auch in den Außenbezirken sind sehenswerte Adventmärkte entstanden, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind. Zusätzlich gibt es noch die Weihnachtsmärkte der verschiedenen Bezirke. Wie ihr schon bemerkt in Wien gibt es Weihnachtsmärkte in Hülle und Fülle. Heute gibt es in Wien weit über 20 Adventmärkte, welche die Vielfalt und den Charme der Wiener Weihnachtstradition widerspiegeln. Eine genaue Aufstellung aller Weihnachtsmärkte in Wien findet ihr hier – sie werden jedes Jahr vor Weihnachten aktuallisiert.

Festliche Nachhaltigkeit: Wie Wien seine Weihnachtsmärkte transformiert

Im Jahr 2023 begannen die Wiener Weihnachtsmärkte, eine entscheidende ökologische Wende einzuläuten. Mit einem verstärkten Fokus auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit, haben die Veranstalter begonnen, die Märkte behutsam auf den Pfad einer grüneren Zukunft zu führen. Dieser Wandel von Nachhaltigkeit als bloßem Trendwort hin zu einem zentralen Fokuspunkt manifestiert sich in vielerlei Hinsicht – von der Produktauswahl bis hin zur Organisation der Veranstaltungen.
Einige Märkte treten dabei besonders hervor, indem sie innovative Schritte unternehmen: Sie bieten eine breite Palette an biologischen Leckereien an, setzen auf Mehrwegverpackungen und führen energieeffiziente Beleuchtungskonzepte ein. Diese Bemühungen zeigen, dass ein Umdenken stattfindet und das Bewusstsein für ökologische Verantwortung wächst. Diese positiven Veränderungen illustrieren nicht nur das Engagement der Veranstalter für den Umweltschutz, sondern auch, wie die Märkte sich zu Orten entwickeln, an denen traditionelle Feierlichkeiten mit zeitgemäßen, umweltbewussten Praktiken Hand in Hand gehen.
Die Wiener Weihnachtsmärkte dienen somit nicht mehr nur als festliche Kulissen, sondern auch als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Sie bieten Inspiration und ein Modell dafür, wie Veranstaltungen weltweit umweltfreundlicher gestaltet werden können. Mit Interesse und Vorfreude blicken wir auf die kommenden Jahre, um zu sehen, wie diese geschätzten Märkte weiterhin innovative, ökologische Lösungen integrieren und sich zu noch nachhaltigeren, grüneren Veranstaltungsorten entwickeln.

Fazit - Wien ein Fest für Weihnachtsliebhaber

Was soll ich sagen? Wien blickt auf eine sehr lange Tradition der Weihnachtsmärkte zurück. Bezeichnend ist, dass sich die Stadtregierung zwar eine Stadt ohne Märkte, aber nicht ohne Weihnachtsmarkt vorstellen konnte. Da sieht man die schon früh erkannte Bedeutung von Weihnachtsmärkten.

Alles in allem ist der Weihnachtsmarkt im Laufe der Geschichte nie untergegangen und feiert jedes Jahr ein wahres weihnachtliches Fest!

Marion Fuchs

Marion Fuchs

Marion Fuchs - mein Credo - Wir haben in Österreich und Europa so viele kreative Köpfe und Menschen, die mit Leidenschaft und Herzblut Neues erschaffen oder Altes erhalten. Diese kreativen Köpfe sollen auf Pollids gefeiert werden!

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