Entdeckt die Welt der Krapfen: Geschichte, Kuriositäten, Arten, Rezepte

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Als echte Wienerin bin ich mit der traditionellen Wiener Mehlspeisküche groß geworden, und nichts verkörpert für mich den süßen Genuss dieser Kultur besser als Punschkrapferln und Krapfen. Diese kleinen Köstlichkeiten sind für mich weit mehr als nur ein Snack – sie sind ein Stück Heimat und ein zuverlässiger Stimmungsaufheller nach einem langen Tag. Mein Herz gehört diesen süßen Verführungen, die jede Sorge mit einem Bissen verschwinden lassen. In diesem Blogbeitrag nehme ich euch mit auf eine persönliche und leidenschaftliche Reise durch die Welt meiner Lieblingssüßspeisen. Wir tauchen gemeinsam in die reiche Geschichte ein, entdecken kuriose Fakten und probieren gemeinsam die vielfältigen und köstlichen Varianten, die die Wiener Mehlspeisküche zu bieten hat. Seid ihr bereit, euch von der süßen Seite Wiens verzaubern zu lassen?

Table of Contents

Eine sehr kurze Geschichte des Krapfens (mit Fokus auf die österreichische Küche)

Bereits in der Antike kannten die Römer ein rundes Gebäck namens “globuli”, welches nach dem Frittieren in Fett mit Honig bestrichen und mit Mohn versehen wurde. Zur Zeit Karls des Großen (747/748-814) war ein Gebäck mit dem Namen “crapho” weit verbreitet. Im 15. Jahrhundert enthielten handgeschriebene Kochbücher Rezepte für Krapfen, die allerdings nicht aus Hefeteig hergestellt wurden; eine Variante aus dem Dorotheenkloster, die reichlich Eier, Mehl und Zucker verwendete, wurde nach dem Frittieren mit einer Mischung aus warmem Honig und Wein überzogen. Die Wiener Köcheordnung vom Juni 1486, die vom Magistrat erlassen wurde, spricht bereits von Krapffenpacherinnen, die Verkaufsstände hatten und dort Essen anboten (wahrscheinlich Krapfen).
Bekannt ist weiters, dass rund um das Jahr 1786 Wiener Krapfenbäckerinnen die Faschingszeit nutzten, um ihre Krapfen als absolut luxuriöses Gebäck zu verkaufen. Man muss in dem Zusammenhang wissen, dass man im Jahr 1806 für einfache Krapfen zwei bis vier Kreuzer bezahlte, während die gefüllten Varianten vier bis acht Kreuzer und die besonders feinen Sorten, die noch mehr Eier enthielten, zehn bis zwölf Kreuzer kosteten. Diese Preise galten als sehr hoch, vor allem vor dem Hintergrund, dass zu dieser Zeit für zehn bis zwölf Kreuzer ein üppiges Mittagessen zu haben war. Die Tradition, Krapfen mit verschiedenen Füllungen zu versehen, scheint ihren Ursprung etwa in den 1640er oder 1650er Jahren zu haben. Dies geht auch aus dem Kochbuch von Rudisch aus dem Jahr 1798 hervor.

Von Kanonieren und Krapfen: Die wandelnde Legende des Berliner Pfannkuchens

Obwohl der Krapfen fest in der österreichischen Mehlspeiskultur verwurzelt ist, rankt sich um seine Herkunft eine interessante Legende, die ihn als ursprünglich deutsches Gebäck ausweist. Diese faszinierende Geschichte, die die kulturellen und kulinarischen Grenzen überschreitet, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Die Entstehung des Berliner Pfannkuchens ist eng mit einer populären Legende verknüpft, die erzählt, wie ein Berliner Zuckerbäcker, der ursprünglich im Militär unter Friedrich dem Großen dienen wollte, den Pfannkuchen 1756 erfand, nachdem er sich als wehruntauglich herausstellte. Diese Geschichte, die oft wiederholt wurde, behauptet, dass der Bäcker zum Dank die ersten Pfannkuchen in Form von Kanonenkugeln schuf und sie in Fett buk. Ein altes Manuskript eines Bäckermeisters untermauert eine ähnliche Geschichte, in der der Berliner Pfannkuchen als besonderes Gebäck bei Hofe eingeführt wurde. Interessanterweise wurde die ältere Legende, dass der Krapfen 1690 von Cäcilie Krapf erfunden wurde, durch diese Erzählungen ersetzt. Die Klagenfurter Zeitung “Freie Stimmen” lehnte 1932 jedoch beide Geschichten ab und schlug eine Spreewald-Legende vor, die die Ursprünge des Berliner Pfannkuchens viel weiter zurückdatiert. Laut dieser Legende entstand die ursprüngliche Form des Pfannkuchens im Spreewald durch eine mittelalterliche Tradition, Restteig zu kloßartigem Gebäck mit Pflaumenmusfüllung zu verarbeiten. Diese Darstellung legt nahe, dass der Berliner Pfannkuchen aus einer tieferen und weitreichenderen kulturellen Tradition entstammt, die seine Entstehung in einen umfassenderen historischen Kontext rückt.

Österreichische Skurrilitäten rund um den Krapfen

Das Krapfenschießen

Wie oben bereits beschrieben, war der Krapfen ein teures Gebäck. Daher ist die nachfolgende Tradition verständlich. Bis in die Zeit von Kaiser Karl VI. (1685-1740) reicht die Tradition des Krapfenschießens zurück, eine Vergnügung, die in einigen Schützenvereinen bis in die Gegenwart Bestand hat. Teilnehmer, die beim Schießen erfolgreich waren, wurden mit Krapfen belohnt.

Faschingskrapfen teilen

Gustav Gugitz, ein Volkskundler, beschrieb 1949, dass im Wien des 19. Jahrhunderts das Teilen eines Faschingskrapfens mit einem Mädchen häufig als erster Schritt auf dem Weg zur Ehe angesehen wurde. Oftmals galt diese Geste sogar als eindeutiges Signal für eine Verlobung.

Der Faschingskrapfen in der Musik

Die Begeisterung für Wiener Faschingskrapfen hat die Zeiten überdauert und ist bis in die Gegenwart lebendig geblieben. Ein interessantes, aber weitgehend unbekanntes Detail ist, dass im 19. Jahrhundert tatsächlich zwei Walzer zu Ehren der Faschingskrapfen komponiert wurden. Einer dieser musikalischen Beiträge stammt von dem berühmten Johann Schrammel, dessen Name auch der “Schrammelmusik” ihren Ursprung gab.

Das Punschkrapferl und seine polistische Seite

Seit den 1970er-Jahren diente der Punschkrapfen in Österreich als politische Metapher, besonders in Kärnten, um die Wandelbarkeit der politischen Einstellungen zu karikieren: Von hoher NSDAP-Mitgliedschaft 1944 zu sozialdemokratischen Mehrheiten in den 1970ern. Die Metapher beschreibt Personen als “außen rot, innen braun”, also sozialdemokratisch außen und nationalsozialistisch innen, oft ergänzt durch einen Bezug zu Alkohol. Diese Darstellung wurde populär durch einen Witz über die “Kärntner Seele” und fand Eingang in Literatur und öffentliche Diskurse, beispielsweise bei Robert Menasse und Raphaela Edelbauer, die den Punschkrapfen als Symbol in ihren Werken nutzen.

Verschiedene Teigarten für Krapfen

Krapferln aus Brandteig

Brandteigkrapfen, eine beliebte Süßspeise, bestehen aus einem luftigen Brandteig, der entweder gebacken oder frittiert und häufig mit süßen Füllungen wie Vanillecreme, Schokolade oder Konfitüre gefüllt wird.
Zu dieser Klasse gehören auch: Windbeutel, Eclairs


Zutaten für 10 Kraperln (1,5 Stunden):

150 ml Milch
85g Butter
Eine Prise Salz und Zucker
90g glattes Mehl
2 Bio-Freilandeier
1 Dotter

Zubereitung:

Milch, Butter, Salz und Zucker aufkochen. Mehl hinzugeben und solange unter rühren „abrösten“ bis sich der Teig vom Topfrand löst. Dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen und Eier und Dotter langsam unterrühren. Masse in einen Dressiersack (Sterntülle) füllen und auf Backblech (Backpapier) aufdressieren und backen. 190 Grad Ober/Unterhitze, 40 min

Der österreichische Klassiker: Krapfen aus Germteig (Hefeteig)

Die traditionellen österreichischen Faschingskrapfen, eine köstliche Spezialität mit zarter Füllung, verzaubern jeden Genießer – das Rezept für den authentischen Germteig findet ihr bei den Faschingskrapfen.

Österreichische Krapfenarten

Als Krapfen galten lange Zeit viele in Schmalz gebackene, aus Germ- oder Brandteig gefertigte Gebäcke. Diese waren/sind gefüllt oder ungefüllt. Manche werden nur mit (Zimt)Zucker bestreut serviert. Dazu zählen zum Beispiel auch die Schnurkrapfen (Spagatkrapfen), obwohl sie weder die Gestalt noch die Zusammensetzung von Krapfenteig hatten.
Im nachfolgenden zähle ich ein paar typisch österreichische Krapfen auf. Lasst euch überraschen, was alles den Namen Krapfen trägt.

Faschingskrapfen

Der klassische Faschingskrapfen besteht aus Germteig (Hefeteig) ist mit Zucker bestreut und mit Marillenmarmelade gefüllt.
Neben dem berühmten Faschingskrapfen gibt/gab es die Puppen- und Miniaturkrapfen, kleine Versionen des gewöhnlichen Krapfens.
Der Faschingskrapfen war in Österreich generell bis in die Nachkriegszeit vom 31. Dezember bis zum Aschermittwoch erhältlich. Mittlerweile heißt der Faschingskrapfen in Wien nur noch Krapfen und ist rund ums Jahr erhältlich.
Varianten bei denen der Krapfen mit Powidl gefüllt und mit einer Zucker/Mohn-Glasur übergossen werden auch das ganze Jahr angeboten.

Rezept für die Faschingskrapfen:

Zutaten:

Zutaten für 10 Portionen
100ml Milch (Zimmertemperatur)
1 Prise Zucker
1 Würfel Hefe (42g)
3 EL Mehl (von den 500 g entnehmen)
4 Stk Eigelb
50g Staubzucker
500g Mehl
60g Butter
150ml Milch
1TL Salz
Zutaten zum Ausbacken
800ml Öl zum Ausbacken
Zutaten zum Befüllen
250g Marmelade

Zubereitung:

Vorteig herstellen:

In 100 ml lauwarmer Milch mit einer Prise Zucker die Hefe einrühren und 3 EL Mehl zugeben.
Zu einem dickflüssigen Vorteig verrühren und 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis er Blasen bildet.

Teig kneten:

Eigelbe und Zucker in einer Schüssel verquirlen.
In einer großen Schüssel Mehl, weiche Butter, Milch und Salz hinzufügen, dann den Vorteig einarbeiten.
Alles zu einem glatten Teig verkneten, zudecken und 60 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Krapfen formen und backen:

Aus dem Teig 20-25 Kugeln formen, leicht flach drücken und ruhen lassen, bis sie doppelt so groß sind.
Fett auf 170 °C erhitzen und die Krapfen goldgelb von beiden Seiten ausbacken, dabei mehrmals wenden.
Krapfen mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Füllen und servieren:

Marmelade in einen Spritzbeutel füllen und seitlich in die Krapfen einspritzen.
Vor dem Servieren mit Staubzucker bestäuben.

Punschkrapferl

Das Punschkrapferl ist eine traditionelle Süßspeise der österreichischen Küche, insbesondere bekannt in Wien. Es handelt sich dabei um ein kleines Gebäck, das aus Biskuitteig besteht, welcher mit einer süßen Rum-Punsch-Füllung angereichert und mit rosa Zuckerglasur überzogen ist. Seine charakteristische rosa Farbe macht das Punschkrapferl unverwechselbar und zu einem beliebten Genuss bei festlichen Anlässen sowie im Alltag.
Das Punschkrapferl ist nicht nur für seinen Geschmack bekannt, sondern auch für seine kulturelle Bedeutung in Österreich. Das Punschkrapferl ist ein charakteristisches Beispiel für die Wiener Kaffeehauskultur und die österreichische Backtradition und ist bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebt. Neben seinem Status als kulinarisches Erbe wird das Punschkrapferl auch in der Literatur und im gesellschaftlichen Diskurs erwähnt, wo es gelegentlich als Metapher verwendet wird.
In der österreichischen Gesellschaft hat das Punschkrapferl darüber hinaus eine symbolische Bedeutung erlangt.
Es wurde als politische Metapher verwendet, insbesondere in Kärnten, um die Veränderung politischer Einstellungen über die Zeit hinweg darzustellen – außen rot (die Farbe der Sozialdemokratie) und innen braun (eine Anspielung auf die nationalsozialistische Vergangenheit Österreichs).

Rezept Punschkrapferl

Zutaten:

Teig:
5 Eier
150 g Kristallzucker
1 Kaffeelöfferl Vanillezucker
70 g Mehl (glatt)
90 g Maisstärke (Maizena)
60 g Butter (flüssig)
Eine Prise Salz
Schale von 1/2 Zitrone (gerieben)

Füllung:
150 g Marillenmarmelade/-konfitüre
6 cl Rum
200 ml Orangensaft (frisch gepresst)
100 g Zucker
Schale von 1 Orange (gerieben)
Marillenmarmelade (passiert, zum Bestreichen): nach Bedarf
Kuvertüre (nach Belieben zum Garnieren): nach Bedarf

Glasur:
300 g Fondant
Saft von 1/2 Zitrone
3 EL Kirschsaft (stark eingekocht) oder rosa Lebensmittelfarbe

Zubereitung:

Biskuit zubereiten:
Zucker, Vanillezucker, Salz, Zitronenschale und Eier schaumig schlagen.
Mehl und Maisstärke sieben und unterheben.
Flüssige Butter einrühren.
1/3 der Masse auf ein Backblech aufstreichen (3 mm Höhe) und bei 220 °C 8-10 Minuten backen.
Rest in Tortenreifen füllen und bei 170 °C ca. 15 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Fülle vorbereiten:
Biskuit in 1 x 1 cm Würfel schneiden.
Marillenmarmelade, Rum, Orangensaft/-schale, Zucker vermischen, aufkochen und abkühlen.
Biskuitwürfel unterheben und 30 Min. ziehen lassen.

Krapferl formen:
Biskuitscheiben ausstechen, mit Marmelade bestreichen.
Punschmasse in Ausstecher füllen, andrücken, zweite Scheibe daraufsetzen.
Krapferl 1 Stunde tiefkühlen, dann mit Marmelade bestreichen und trocknen.

Glasur und Dekoration:
Fondant erwärmen, mit Zitronen- und Kirschensaft rosa färben.
Krapferl mit Glasur überziehen, mit Cocktailkirsche und Kuvertüre dekorieren.
Trocknen lassen und in Manschetten setzen.

Tipps:
Genauigkeit beim Ausstechen und Formen sorgt für gleichmäßige Krapferl.
Die Glasur sollte zügig verarbeitet werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
Die Krapferl können nach Belieben mit weiteren Dekorelementen personalisiert werden.

Tiroler Kirchtagskrapfen

Die Tiroler Kirchtagskrapfen sind eine traditionelle österreichische Süßspeise, die vor allem in Tirol rund um Kirchweihfeste und besondere Feierlichkeiten zubereitet wird. Sie bestehen aus einem süßen Hefeteig, der mit einer Füllung aus Mohn, Nüssen oder Topfen (Quark) gefüllt und anschließend in Öl ausgebacken wird. Die Krapfen zeichnen sich durch ihre luftige Textur und die süße Füllung aus, die je nach Region und persönlichen Vorlieben variieren kann.

Meine erste Begegnung mit den Tiroler Kirchtagskrapfen fand in Südtirol statt, wo sie traditionell mit Marmelade gefüllt waren. Während meiner Suche nach einem authentischen Rezept entdeckte ich eine Vielzahl von Varianten. Von diesen präsentiere ich euch meine Lieblingsvariante.

Rezepte Kiachln

Zutaten:

Teig:

180 g Roggenmehl
180 g Weizenmehl
1 Stück Eigelb
1 Becher Sauerrahm
3 EL Butterschmalz
1 Prise Salz

Füllung:

200 g Dörrzwetschgen
3 EL Rosinen
100 g Mohn
3 EL Preiselbeerkompott

Zum Frittieren:
0,5 kg Frittierfett oder Butterschmalz

Zubereitung:

Teig vorbereiten:
Vermengen Sie Mehl, Eigelb, Sauerrahm, Butterschmalz und eine Prise Salz gründlich, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Lassen Sie diesen Teig anschließend für 60 Minuten ruhen, um die Konsistenz zu verbessern.

Füllung zubereiten:
Dünsten Sie die Zwetschgen, bis sie weich sind, und hacken oder faschieren Sie diese dann fein. Vermischen Sie die gedünsteten Zwetschgen anschließend gründlich mit Rosinen, Mohn und Preiselbeerkompott.

Formen der Gebäckstücke:
Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus und stechen Sie mit einem geeigneten Ausstecher Blätter aus. Legen Sie auf eine Hälfte jedes Teigblattes einen Löffel der Füllung. Klappen Sie dann die andere Hälfte darüber und drücken Sie die Ränder fest zusammen, um die Füllung einzuschließen.

Backen:
Backen Sie die gefüllten Teigtaschen in einer Pfanne mit heißem Fett, bis sie eine goldbraune Farbe angenommen haben.

Schlutzkrapfen

Schlutzkrapfen sind eine traditionelle Spezialität der alpinen Küche, besonders beliebt in Südtirol, Tirol und Teilen Österreichs. Sie gelten als die alpine Antwort auf italienische Ravioli und zeichnen sich durch ihre halbmondförmige Gestalt aus. Der Name “Schlutzkrapfen” könnte sich von “schlutzig” ableiten, was im lokalen Dialekt “glitschig” oder “rutschig” bedeutet, möglicherweise eine Anspielung auf die glatte Oberfläche der gekochten Teigtaschen.

Zusammensetzung und Zubereitung: Der Teig der Schlutzkrapfen wird traditionell aus Roggen- oder Weizenmehl, Wasser, Ei und einer Prise Salz hergestellt. Die Füllungen variieren je nach Region und persönlichem Geschmack, umfassen aber häufig Spinat und Quark (Topfen), Kartoffel, oder auch Sauerkraut, jeweils verfeinert mit Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen. Nach dem Füllen und Formen werden die Schlutzkrapfen in siedendem Salzwasser gekocht, bis sie an die Oberfläche steigen.

Serviervorschlag: Traditionell werden sie mit geschmolzener Butter übergossen und mit geriebenem Parmesan oder anderem Hartkäse bestreut serviert. Eine weitere beliebte Variante ist die Beigabe von zerlassener Butter und frischen Kräutern oder einem Topping aus sautierten Zwiebeln.

Die Beliebtheit der Schlutzkrapfen liegt nicht nur in ihrem herzhaften Geschmack, sondern auch in ihrer Fähigkeit, lokale Zutaten zu vereinen und die kulinarische Vielfalt der Alpenregion zu repräsentieren. Sie sind ein fester Bestandteil der ländlichen Küche und werden bei verschiedenen Festlichkeiten und in traditionellen Gasthäusern als Teil der regionalen Identität geschätzt.

Rezept Schlutzkrapfen

Zutaten:

Für 4 Portionen benötigen Sie folgende Zutaten:

Teigzutaten:

  • 250 g Roggenmehl
  • 250 g Weizenmehl
  • Eine Prise Salz
  • Optional: 1 Ei
  • Wasser nach Bedarf

Füllung:

  • Eine halbe Zwiebel
  • Eine Knoblauchzehe
  • 500 g Spinat
  • 250 g Topfen (Quark)
  • Eine Prise Salz
  • Eine Prise Majoran

Zum Anrichten:

  • Ein halbes Bund Schnittlauch
  • Ein halbes Bund Petersilie
  • 1 EL Öl
  • 3 EL zerlassene Butter
  • 3 EL geriebener Parmesan

Zubereitung:

Teigzubereitung:

Zutaten vermengen: Roggen- und Weizenmehl in einer Schüssel mit einer Prise Salz vermischen. Optional ein Ei hinzufügen.

Teig kneten: Nach und nach Wasser hinzugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten. Anschließend den Teig kurz ruhen lassen.

Füllung vorbereiten:

Zwiebel und Knoblauch vorbereiten: Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Schnittlauch und Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken.

Füllung mischen: Den Spinat gut abtropfen lassen und mit Quark, Salz, Majoran, fein gehackter Zwiebel und Knoblauch vermengen.

Schlutzkrapfen formen:

Teig ausrollen: Den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen.

Teigkreise ausstechen: Mit einem Ausstecher oder Glas runde Teigblätter ausstechen.

Füllen und formen: Einen kleinen Löffel der Füllung auf jedes Teigblatt geben, zu Halbmonden falten und die Ränder mit einer Gabel fest andrücken.

Kochen und Anrichten:

Kochen: Die Schlutzkrapfen in einem Topf mit Salzwasser und einem Esslöffel Öl etwa 5 Minuten köcheln lassen.

Servieren: Die gekochten Schlutzkrapfen abseihen, mit Parmesan, Schnittlauch, Petersilie bestreuen und mit geschmolzener Butter beträufeln.

Kiachl

Kiachl sind eine traditionelle tiroler Süßspeise, die vor allem in Österreich, Südtirol und Süddeutschland beliebt ist. Sie bestehen aus einem Hefeteig, der zu dünnen, flachen Küchlein geformt und anschließend in heißem Fett ausgebacken wird. Das Ergebnis sind luftige, knusprige Gebäckstücke, die außen goldbraun und innen weich sind. Traditionell werden Kiachl entweder süß mit Zucker bestreut und mit Apfelmus oder Preiselbeeren serviert oder herzhaft mit Sauerkraut oder einer anderen Beilage. Ihre einfache, aber köstliche Zubereitung macht sie zu einem beliebten Leckerbissen bei vielen Gelegenheiten.

Rezept Kiachln

Zutaten:

Teigzutaten:
500 g Mehl
50 g Butter
50 g Zucker
2 Eier
1 TL Salz
250 ml Milch
0,5 Würfel Frischhefe (Germ)

Zum Frittieren:
0,5 kg Frittierfett

Zubereitung:

Teigvorbereitung: Beginnen Sie mit dem Erwärmen der Butter, bevor Sie die Milch hinzufügen, bis sie lauwarm ist. Lösen Sie den Germ in dieser Mischung auf.

Trockene Zutaten: Geben Sie das Mehl in eine große Schüssel und fügen Sie Eier, Zucker und Salz hininzu.

Teig kneten: Vermengen Sie die lauwarme Butter-Milch-Germ-Mischung mit den trockenen Zutaten. Kneten Sie mit den Knethaken eines Handrührgeräts oder einer Küchenmaschine, bis der Teig geschmeidig ist und sich von der Schüsselwand löst.

Teig portionieren: Teilen Sie den Teig in etwa 20 gleich große Stücke und formen Sie diese zu Kugeln. Legen Sie die Kugeln auf ein mit Mehl bestäubtes Brett.

Gehen lassen: Bedecken Sie die Teigkugeln mit einem Tuch und lassen Sie sie an einem warmen Ort für etwa 45 Minuten gehen, bis sie sich sichtbar vergrößert haben.

Formen: Drücken Sie die gegangenen Teigkugeln flach und formen Sie mit den Fingern kleine Küchlein. Achten Sie darauf, dass die Ränder etwas dicker und die Mitte dünn bleibt.

Backen: Erhitzen Sie das Frittierfett in einem tiefen Topf. Backen Sie die geformten Küchlein im heißen Fett, bis sie goldbraun sind.

Spagatkrapfen

Spagatkrapfen, eine charakteristische Krapfenart der Steiermark, wurden mir durch meine Schwiegermutter nahegebracht, eine gebürtige Pöllauerin. In der Region Weinviertel sind sie auch unter dem Namen Schnürkrapfen bekannt. Unabhängig von ihrer Bezeichnung handelt es sich zweifellos um ein delikates Fettgebäck. Am köstlichsten sind sie, wenn sie mit Schlagobers und Preiselbeeren serviert werden.

Rezept Spagatkrapfen

Zutaten:

270g glattes Mehl
1 Messerspitze Backpulver
80ml Weißwein
1 Stk. Mittleres Ei
40g Staubzucker
1 Pkg. Vanillezucker
1 TL Zimt
Schale von 1 Bio-Zitrone (abgerieben)
110g weiche Butter
Salz
Mehl
Staubzucker
Öl

Zubereitung:

Teig vorbereiten:
Mehl und Backpulver sieben.
Weißwein, Ei, Staubzucker, Vanillezucker, Zimt, Zitronenschale, weiche Butter und eine Prise Salz hinzufügen.
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten.
In Frischhaltefolie wickeln und ca. 3 Stunden kühl stellen.

Teig ausrollen:
Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ca. 3 mm dick und rechteckig (etwa 30 x 35 cm) ausrollen.
Mit einem Teigrad ca. 10 x 5 cm große Stücke ausschneiden und auf ein Brett legen.

Krapfen backen:
Öl in einem breiten Topf 5 Finger hoch erhitzen (ca. 160°C).
Teigstücke einzeln in eine Spagatkrapfenzange legen und mit den Klammern fixieren.
Zange ins Öl legen und Krapfen ca. 1 Minute goldbraun backen.
Zange aus dem Öl heben, Krapfen herauslösen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Servieren:
Spagatkrapfen mit Staubzucker bestreut anrichten.
Optional mit geschlagenem Obers oder Preiselbeerkompott servieren.

Internationale Krapfenvariationen

Krapfen, jene köstlichen, oft süß gefüllten Teigwaren, erfreuen Gaumen weltweit in verschiedensten Variationen. Von Europa bis Amerika, jede Region bringt ihre eigene Version dieses beliebten Gebäcks hervor, die sich in Zutaten, Zubereitungsart und Tradition unterscheiden. Im folgenden Artikel entführen wir Sie auf eine kulinarische Reise durch die Welt der Krapfen, von den klassischen Berliner Pfannkuchen über die herzhaften Schmalzgreben, die mit Ziger gefüllten Schweizer Krapfen bis hin zu Amerikas berühmtem Donut. Entdeckt die Vielfalt dieser Gebäckklassiker, die in Bäckereien und Küchen auf der ganzen Welt zu finden sind.

Zigerkrapfen

Der Zigerkrapfen ist ein traditionelles Schweizer Gebäck aus der Innerschweiz, das ursprünglich zu besonderen Anlässen wie Kirchweihfesten gebacken wurde und heute das ganze Jahr über erhältlich ist. Die Herstellung beginnt mit der Gewinnung von Ziger aus Molke, der dann mit Zucker und Gewürzen vermischt wird. Für den Teig werden Zutaten wie Weißmehl, Butter, Eier und Milch verwendet. Die fertige Füllung wird in den Teig eingerollt und die Krapfen werden in pflanzlichem Fett frittiert. Zigerkrapfen sind ein beliebter Bestandteil der Schweizer Esskultur und werden zu verschiedenen Anlässen, einschließlich der Fasnacht und Markttagen, konsumiert. Sie können als Dessert oder Snack dienen und sind ein Aushängeschild vieler Innerschweizer Bäckereien, die ihre Produktion zu besonderen Festen erhöhen.

Schmalzgreben

Schmalzgreben, auch bekannt unter verschiedenen regionalen Namen wie Schmalzkuchen, Striezel, Mutzen, Kräppelchen, Fasnachtsküchle oder Kilwiküchle, sind ein traditionelles deutsches Fettgebäck. Der Hefeteig für Schmalzgreben wird in kleine Rauten geschnitten und in heißem Öl ausgebacken, wobei sie sich kissenförmig ausdehnen. Diese Leckerei ist vor allem auf Volksfesten, Weihnachtsmärkten, zu Silvester und anderen Feierlichkeiten beliebt. Schmalzkuchen zeichnen sich durch ihre einfache und schnelle Zubereitung aus und erfreuen sowohl Erwachsene als auch Kinder​​.

Berliner Pfannkuchen

Der Berliner Pfannkuchen ist eine ikonische Süßspeise, die weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist. Charakteristisch für diese Leckerei ist ihre runde Form mit einer glänzenden, oft zuckrigen oder glasierten Oberfläche und einer süßen Füllung, die traditionell aus Konfitüre, Marmelade oder Pflaumenmus besteht. Hergestellt aus einem luftigen Hefeteig, wird der Berliner typischerweise in Fett ausgebacken, was ihm seine charakteristische goldbraune Farbe und knusprige Textur verleiht. Besonders beliebt während der Karnevalszeit, ist der Berliner Pfannkuchen jedoch das ganze Jahr über ein fester Bestandteil der Kaffeetafel und ein Symbol für gesellige Stunden. Obwohl er in verschiedenen Regionen unter unterschiedlichen Namen bekannt ist – in manchen Teilen Süddeutschlands als “Krapfen” und in Berlin selbst oft als “Pfannkuchen” bezeichnet –, bleibt der Genuss des Berliner Pfannkuchens ein unverwechselbares Erlebnis der deutschen Mehlspeiskultur.

Unterschied Berliner Pfannkuchen vrs. Wiener Krapfen

Der österreichische Faschingskrapfen und der Berliner Pfannkuchen sind zwei beliebte Süßspeisen, die sowohl Gemeinsamkeiten als auch charakteristische Unterschiede aufweisen. Beide Gebäcke sind tief in der Faschings- bzw. Karnevalstradition verwurzelt und erfreuen sich großer Beliebtheit während dieser festlichen Zeit.

Eigenschaft

Österreichischer Krapfen

Berliner Pfannkuchen

Herkunft

Österreich

Deutschland

Bezeichnung

Faschingskrapfen / Krapfen

In Berlin als “Pfannkuchen” bekannt, anderswo als “Berliner”

Teig

Süßer Germteig (Hefeteig)

Süßer Hefeteig

Füllung

Klassisch Marillen (Aprikose) Marmelade

Vielfältige Füllungen, inkl. Marmelade, Schokolade, Vanillecreme, Liköre

Form

Rund, kugelförmig

Rund, kugelförmig

Oberfläche

Typischerweise mit Stuabzucker (Puderzucker) bestreut

Oft mit Zuckerguss oder Glasur versehen

Donuts / Doughnuts

Donuts sind nicht nur wegen ihres Geschmacks beliebt, sondern auch wegen ihrer Vielseitigkeit. Sie können süß oder herzhaft sein, mit einer nahezu endlosen Vielfalt an Füllungen, Toppings und Glasuren. Heute sind Donuts ein fester Bestandteil der Kaffeekultur und ein Synonym für gemütliche Treffen, sowohl in den USA als auch weltweit.

Geschichte: Die Geschichte der Donuts reicht weit zurück, mit frühen Varianten, die bereits in mittelalterlichen europäischen Küchen zu finden waren. Der Durchbruch in den USA wird oft holländischen Siedlern zugeschrieben, die ihre Version von “oliekoeken” (Ölkuchen) im 19. Jahrhundert mitbrachten. Die Erfindung des ringförmigen Donuts mit dem typischen Loch wird häufig Hanson Gregory zugeschrieben, einem amerikanischen Seemann, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Idee hatte, den Teig so zu formen, dass er beim Frittieren gleichmäßig gart.

Aussehen: Donuts zeichnen sich durch ihre runde Form mit einem Loch in der Mitte aus. Es gibt jedoch auch Varianten ohne Loch, die als Füllung unterschiedliche Cremes oder Marmeladen enthalten. Ihre Oberfläche ist oft mit einem glänzenden Zuckerguss, Schokoladenüberzug oder bunten Streuseln dekoriert, was ihnen ein ansprechendes und appetitliches Aussehen verleiht.

Zusammensetzung: Der Teig für Donuts besteht üblicherweise aus Mehl, Zucker, Eiern, Milch und Backpulver oder Hefe, wodurch sie eine weiche und luftige Textur erhalten. Nachdem der Teig geknetet und geformt wurde, werden die Donuts in heißem Öl frittiert, bis sie eine goldbraune Farbe annehmen. Anschließend werden sie mit verschiedenen Glasuren, Zucker oder Schokolade überzogen und nach Belieben dekoriert.

Von Krapfen bis Berliner: Die vielen Namen eines geliebten Gebäcks

In der kulinarischen Welt ist der Krapfen ein beliebter süßer Leckerbissen, dessen Name jedoch je nach Region variiert. Während dieser in Österreich, Südtirol und Bayern traditionell als “Krapfen” bekannt ist, leiten sich die internationalen Bezeichnungen meist vom deutschen “Berliner Pfannkuchen” ab. Diese terminologische Besonderheit spiegelt nicht nur die geografische, sondern auch die kulturelle Vielfalt in der Bezeichnung und Zubereitung dieses Gebäcks wider. Über die Grenzen hinweg teilt sich die Liebe zu diesem gefüllten Teigstück, auch wenn der Name variiert.

Englischsprachiger Raum: Berliner

Französischer Sprachraum: Boule de Berlin

Italienischer Sprachraum: Ciambelle di berlino / Bomboloni

Spanischer Sprachraum: Berlinesa, Berlina

Niederländischer Sprachraum: Berlinerbol, Berliner bollen, Berlijnse bollen

Polnischer Sprachraum: Pączki

Portugiesischer Sprachraum: Bola de berlim

Türkischer Sprachraum: Berliner / Alman pastası

Jiddische Sprachräume: Pontschkes

Marion Fuchs

Marion Fuchs

Marion Fuchs - mein Credo - Wir haben in Österreich und Europa so viele kreative Köpfe und Menschen, die mit Leidenschaft und Herzblut Neues erschaffen oder Altes erhalten. Diese kreativen Köpfe sollen auf Pollids gefeiert werden!

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