Grusel im Advent: Wenn Krampus und Perchten ihr Unwesen treiben

Krampus vor Feuer

Vorweihnachtszeit in Österreich bedeutet nicht nur Glühwein und Kekse. Zu bestimmten Zeiten muss man mit unheimlichen Begegnungen rechnen. Denn im Vorfeld des Nikolaustages erscheint der böse Gefährte des Nikolaus und lehrt vor allem Kinder das Fürchten. Erst in Begleitung des Nikolaus wird der wilde Gesell wieder etwas zahmer. Was hat es mit dem Brauchtum des Krampus eigentlich auf sich?

Faszinierend böser Krampus

Mit der Adventszeit tritt die schaurige Gestalt des Krampus in Erscheinung. Als Begleiter des gütigen Nikolaus verkörpert er dessen genaues Gegenteil: Krampus ist eine böse Teufelsgestalt, die unartige Kinder erschreckt und bestraft. Während Nikolaus brave Kinder beschenkt und lobt, müssen schlimme Kinder mit einer Rüge durch den gruseligen Krampus rechnen.

Krampus

Schon allein sein Anblick ist für zartbesaitete Gemüter Strafe genug: Denn der zottige Gesell mit Hörnern, langer Zunge und hässlicher Fratze sieht wahrlich zum Fürchten aus. Oft trägt er einen Sack oder eine Butte, wie der Behälter auf seinem Rücken genannt wird, um unartige Kinder darin zu verstauen. Wenn er dann noch mit seiner Weidenrute droht und mit der Kette rasselt, verlässt auch das vorlauteste Kind der Mut.

Denn im schlimmsten Fall steckt der Krampus ein unfolgsames Kind in seine Butte und nimmt es mit – so wird es zumindest erzählt. Es kann bezweifelt werden, dass es in heutigen Zeiten noch dazu kommt. So manchem Kind jagt die Vorstellung aber durchaus einen Schauer über den Rücken.

Gewiss ist, dass der Schrecken auf den Auftritt des Krampus beschränkt bleibt. Sobald die Gruselshow vorüber ist, kann man die Nerven bei einem Bissen vom Schoko-Krampus beruhigen und die Faszination der dämonischen Begegnung genussvoll nachklingen lassen.

Schaurige Begegnung am Krampus-Tag

Der 5. Dezember ist traditionell der Tag, an dem der Krampus durch die Straßen jagt. Ist er gemeinsam mit dem Nikolaus unterwegs, so ziehen die beiden von Haus zu Haus und statten den Familien ihren Besuch ab. Warum Kinder im Beisein des gütigen Nikolaus nicht allzu viel vom Krampus zu befürchten haben, könnt ihr hier nachlesen.

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Allerdings treten die Krampusse ganz gerne in Gruppen auf, besonders am Abend des Krampus-Tages. Dann verbreiten sie gemeinsam Angst und Schrecken und können Passanten auf der Straße schon mal ihre Rute spüren lassen.

Der Ursprung der teuflischen Schreckgestalt

Wann genau die Figur des Krampus entstand, ist nicht überliefert. Es gibt Hinweise, dass wie so viele Traditionen auch der Krampus seinen Ursprung im heidnischen Brauchtum hat.

Im Zuge des Einkehrbrauches des 16. Jahrhunderts sollte eine Gegenfigur und Ergänzung zu Nikolaus eingeführt werden. Der Heilige zog von Haus zu Haus und erhielt mit dem Krampus einen Begleiter, der das Böse verkörperte. Als höllische Schreckgestalt diente der Krampus fortan als Erziehungsmittel und sollte Kinder dazu anhalten, lieber folgsam zu sein.

Der Name leitet sich von seinen „Krampen“ ab, einer alten Bezeichnung für Krallen. In Teilen Österreichs wird der raue Gesell auch Kramperl genannt. Die verniedlichende Bezeichnung lässt den teuflischen Kerl in einem etwas liebenswürdigeren Licht erscheinen.

Wilde Mischung: Krampus und Perchten

Im Gegensatz zum Krampus haben die Perchten traditionell vor allem die Aufgabe, den Winter auszutreiben. Sie erscheinen daher in den Raunächten um die Zeit der Wintersonnenwende, zwischen Weihnachten und Neujahr. Zwei Arten von Perchten treten dabei als vielerlei Gestalten auf, die „guten“ Schönperchten und die „bösen“ Schiachperchten.

Krampus und Perchten haben sich im heutigen Brauchtum vermischt und sind nur noch schwer auseinanderzuhalten, zumal sie sich äußerlich recht ähnlich sind. So kommt es, dass bei heutigen Krampus- und Perchtenläufen die Figuren zusammen auftreten und in einem wilden Treiben alte Bräuche gemeinsam neu aufleben lassen.

Wo sich der Krampus am liebsten austobt

Vor allem im alpenländischen Brauchtum ist der Krampus einer der Hauptakteure der Adventszeit. Verbreitet ist der Krampus außer in Österreich auch in Teilen von Bayern, dem nördlichen Italien, Südtirol, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Neben der Begleitung des Nikolaus hat der Krampus seinen großen Auftritt bei einem Krampus- und Perchtenlauf oder Umzug. Die Veranstaltungen erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit und erleben immer stärkeren Besucherandrang. In Österreich sind Krampusläufe besonders in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Kärnten verbreitet, finden aber auch in den anderen Bundesländern statt.

Einige Krampus-Umzüge sind besonders groß und spektakulär. Zahlreiche Krampusse und Perchten versammeln sich beim bekannten Krampuslauf in St. Johann im Pongau im Bundesland Salzburg. Besonders viele Krampus-und Perchtengruppen finden sich auch beim Krampuslauf in Klagenfurt ein. Eindrucksvolle Krampus-Umzüge kann man in Osttirol besuchen. Hier geht es nicht nur um Schaulaufen, regionale Bräuche wie Rangeln oder Tischziehen zwischen Krampus und anderen Figuren werden vorgeführt.

Auch wenn sich das Erscheinen des Krampus ursprünglich auf die Zeit rund um den Krampus-Tag beschränkt, finden die Veranstaltungen inzwischen während des gesamten Advents statt.

Erlebnis Krampuslauf – hier geht’s zur Sache

Wer schon einmal einen Krampuslauf besucht hat, weiß, es ist eine beeindruckende Erfahrung. Die Krampusse bemühen sich nach Leibeskräften, Furcht und Schrecken zu verbreiten und beeindrucken mit schauspielerischen Höchstleistungen. Mit schweren Kuhglocken, rasselnden Ketten und aggressivem Auftreten jagen sie den Schaulustigen gehörige Angst ein. Nicht zuletzt tragen die aufwendigen Kostüme und Masken zum imposanten Erscheinungsbild bei.

Wer schon einmal einen Krampuslauf besucht hat, weiß, es ist eine beeindruckende Erfahrung. Die Krampusse bemühen sich nach Leibeskräften, Furcht und Schrecken zu verbreiten und beeindrucken mit schauspielerischen Höchstleistungen. Mit schweren Kuhglocken, rasselnden Ketten und aggressivem Auftreten jagen sie den Schaulustigen gehörige Angst ein. Nicht zuletzt tragen die aufwendigen Kostüme und Masken zum imposanten Erscheinungsbild bei.

In den letzten Jahren wurden die Veranstaltungen zunehmend größer und kommerzieller. Laute Musik, Lichteffekte und Nebelmaschinen verstärken die schaurige Wirkung des Spektakels, immer mehr steht der Show-Effekt im Vordergrund. Fackeln, Feuerwerk und Feuerspucker schaffen eine sprichwörtlich höllische Atmosphäre.

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Mit der verstärkten Ausrichtung auf Unterhaltung geriet der ursprüngliche Brauchtums-Gedanke allerdings in den Hintergrund, und die Umzüge stehen öfters in der Kritik. Zusammenstöße und Handgreiflichkeiten zwischen Krampus-Darstellern und Zusehern in der Vergangenheit trugen nicht zum positiven Image der Krampusläufe bei. Die Veranstalter achten seither vermehrt auf einen geregelten Ablauf und Sicherheit bei den Krampus-Events. Genuss und Unterhaltung sollen schließlich für alle Beteiligten an erster Stelle stehen.

Abseits der Großveranstaltungen gibt es bei kleineren, überschaubaren Umzügen die Möglichkeit, den ursprünglichen Brauch mit weniger Spektakel kennenzulernen. Ob Massenevent oder im kleinen Rahmen, ein aufregendes Erlebnis ist ein Krampuslauf ganz bestimmt.

Krampusmasken: Kunstvoll geschnitzte Teufelsfratzen

Erst die Verkleidung macht den Krampus zu dem, was er ist. Herzstück ist die Maske, auch Larve genannt, die ihm sein teuflisches Antlitz verleiht.

Das Schnitzen der Krampusmasken hat eine lange Tradition. Für das Kunsthandwerk des Maskenschnitzens braucht man langjährige Erfahrung und Können. Jede Maske wird von Hand gefertigt und ist so individuell wie ihr Träger.

Bevorzugt aus Zirbenholz, sind die Masken einige Kilo schwer. Am Kopf trägt der Krampus Hörner von Ziegenbock oder Widder. Auch die Behaarung darf nicht fehlen, und so sind die Masken mit Bärten und Kopfhaar aus Ziegenfell versehen. Schlussendlich gibt kunstvolle Bemalung den letzten Schliff für die perfekte dämonische Ausstrahlung.

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Wie das Brauchtum geht auch die Ausstattung mit der Zeit. Von traditionellen, ursprünglichen Masken haben sich die Krampuslarven zu neuartigen Masken gewandelt, die aus leichteren Materialien gefertigt sein können. Mit leuchtenden Augen und modernen Effekten soll ein noch schrecklicheres Aussehen erreicht werden.

FAQ

Woher kommt der Name Krampus?

Der Name leitet sich von seinen „Krampen“ ab, einer alten Bezeichnung für Krallen. In Teilen Österreichs wird der raue Gesell auch Kramperl genannt. Die verniedlichende Bezeichnung lässt den teuflischen Kerl in einem etwas liebenswürdigeren Licht erscheinen.

Was ist der Krampus?

Der Krampus ist der Begleiter des Nikolaus und bestraft die schlimmen Kinder.

Wann kommt der Krampus?

Eigentlich kommt der Krampus am 05. Dezember. Da er aber gemeinsam mit dem Nikolaus kommt (Nikolaustag = 06. Dezember), kommen beide häufig entweder am 05. oder 06. Dezember.

Ist der Krampus der Selbe wie der Knecht Ruprecht?

Sie ähneln einander. Der Knecht Ruprecht ist allerdings alleine unterwegs, während der Krampus oft in Gruppen auftritt. Siehe Krampuslauf

Angela Steinmötzger

Angela Steinmötzger

Angela Steinmötzger ist selbstständige Texterin und Webdesignerin. Besonders gern verfasst sie stimmungsvolle Texte über Kreatives, Inspirierendes und Nachhaltiges. Gartenarbeit, Kräutertee und entspannende Hundespaziergänge verschaffen ihr neue Kraft und frische Ideen.

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