Stand: 29. Oktober 2026 – Öffnungszeiten & Termine bitte vor deinem Besuch kurz checken.

Bunt belegte Smørrebrød-Vitrine in Kopenhagen mit Lachs, Garnelen, Roastbeef und Speck auf Schwarzbrot
Smørrebrød in der Vitrine: Lachs, Garnelen, Roastbeef und knuspriger Speck auf dunklem Rugbrød – in Kopenhagen wird das offene Sandwich groß geschrieben · Foto: polldis.com

Essen in Kopenhagen war für mich die größte Überraschung meiner Weihnachtsreise – und als gebürtige Wienerin mit Ansprüchen an Würstel & Mehlspeiskultur ist das schon eine Aussage. Ich bin mitoffenem Mund (im doppelten Sinn) durch die dänische Hauptstadt gewandelt: durch die Lichter des Weihnachtsmarkts am Højbro Plads, dampfende Gløgg-Becher in der Hand, und vor allem durch die Torvehallerne – zwei Glashallen voller kulinarischer Verführungen, die mich so begeistert haben, dass dieser Beitrag daraus entstanden ist.

Hier bekommst du meinen komplett persönlichen Kulinarik-Guide für Kopenhagen zur Weihnachtszeit: Smørrebrød (und wie man es respektvoll isst), der Hot-Dog-Vergleich zwischen Kopenhagen und Wien, dänische Adventsklassiker wie Gløgg und Æbleskiver und die spannende Frage: Was haben Flødeboller und unsere Schwedenbomben gemeinsam – und wer hat sie eigentlich erfunden? Dazu Adressen, Preise und eine Karte mit all meinen Lieblingsorten.

Meine kulinarischen Lieblingsorte – auf einen Blick

Torvehallerne (Markthallen) · Frederiksborggade 21, 1360 København K · direkt am Bahnhof Nørreport · i. d. R. täglich ca. 10–19 Uhr (Sa/So teils bis 18 Uhr, Bäckerei ab 7 Uhr) · Eintritt frei
DØP – Bio-Würstelstand · Købmagergade 52 beim Rundetårn & Strøget bei der Helligåndskirken · i. d. R. ca. 10.30–19 Uhr
Restaurant Schønnemann · Hauser Plads 16, 1127 København K · Mittag, i. d. R. Mo–Fr bis ca. 17 Uhr
Restaurant Ida Davidsen · Store Kongensgade 70, 1264 København K · Di–Sa ca. 11–18 Uhr
Aamanns 1921 · Niels Hemmingsens Gade 19–21, 1153 København K · Lunch täglich ca. 11.30–17 Uhr, abends Do–So
Conditori La Glace · Skoubogade 3, 1158 København K · Mo–Sa bis ca. 18 Uhr
Julemarked Højbro Plads · Højbro Plads, 1200 København K · Saison 2026: 14.11.–20.12., Mo–Mi 11–19, Do 11–20, Fr+Sa 11–21, So 12–19 Uhr · Eintritt frei

So funktioniert die Karte: Tippe auf einen Pin – es öffnet sich ein Fenster mit Adresse und einem Sprung zum jeweiligen Kapitel. Zoomen geht über die +/−-Buttons (am Handy mit zwei Fingern), beim Scrollen mit der Maus bleibt die Seite ganz normal scrollbar.

Was ist Smørrebrød? Dänemarks Königslunch, erklärt für Wiener Verhältnisse

Smørrebrød (sprich: „Smöör-bröd“) ist das offene Sandwich auf schwerem Sauerteig-Roggenbrot – rugbrød. Und es ist weit mehr als ein Snack: In Dänemark ist es eine nationale Institution, das klassische Mittagessen, das seit dem 19. Jahrhundert in eigenen Smørrebrød-Restaurants zelebriert wird. Was auf den ersten Blick wie „belegtes Brot ohne Deckel“ aussieht, ist in Wirklichkeit eine kleine Esskultur: frisch geschmiert, hoch belegt, liebevoll drapiert.

So isst man Smørrebrød wie eine Einheimische

✅ Mit Messer und Gabel – Smørrebrød ist kein Fingerfood, jedes Stück wird in Häppchen geschnitten.
✅ 2–3 Stück sind eine normale Mittagsmahlzeit (ein Stück ist ein Snack, drei eine ordentliche Jause).
✅ Reihenfolge: zuerst Essighering, dann Fisch, dann Fleisch – Käse zum Schluss.
✅ Dazu: ein kühles Bier (Tuborg oder Carlsberg) und traditionell ein Glaserl Aquavit, genannt Snaps.

Essen in Kopenhagen: kleine Smørrebrød-Vorspeisen mit Lachs und Tartar auf Schiefer serviert, dazu dunkles Bier
Kunstwerk auf Schiefer: kleine Smørrebrød-Vorspeisen mit Lachs und Tartar, dazu dunkles Bier und Brot – dänische Lunchkultur lebt von Handwerk und Ruhe · Foto: polldis.com

Die Klassiker auf der Karte: Essighering mit rohen Zwiebeln und Kapern, panierte Schollenfilets (plaice), Stjerneskud („Sternenschuss“ – gebackenes und gedämpftes Fischfilet mit Garnelen), Leberpastete mit Speck und Röstzwiebeln, Roastbeef mit Remoulade und gerösteten Zwiebeln oder Kartoffel-Smørrebrød mit Bratensoße. Vegetarier finden heute überall Rote Bete, Käse und Wurzeln auf Rugbrød – die Tradition wandelt sich mit.

Wo isst man das beste Smørrebrød?

Restaurant Schønnemann ist für mich Dänemarks Wohnzimmer der Heringe: seit 1877 in Betrieb und damit eines der ältesten Wirtshäuser Kopenhagens – im gemütlichen Keller am Hauser Plads, wo schon seit 1901 aufgeschnitten wird. Über 110 verschiedene, täglich frisch geschmierte Stücke stehen auf der Karte, begleitet von Bier und einem immensen Snaps-Sortiment. Hier solltest du unbedingt im Voraus reservieren – gerade im Advent ist der Keller schnell voll.

Ida Davidsen ist die matriarchalische Smørrebrød-Institution schlechthin: Die Familie Davidsen belegt offene Sandwiches seit 1888 (Oskar Davidsen startete mit 177 Sorten), heute führt die fünfte Generation das Haus in der Store Kongensgade – mit über 250 Sorten auf der Karte. Wenn du dich in der unendlichen Liste nicht entscheiden kannst: Das Personal hilft gern. Details und Menüs auf idadavidsen.dk.

Aamanns 1921 zeigt, dass Smørrebrød auch modern gehen kann, ohne die Seele zu verlieren: Adam Aamann, von den dänischen Food-Kritikern 2019 zum besten Smørrebrød der Stadt gekürt, arbeitet mit saisonalen Produkten, 60–90 % Bio (dafür gibt’s ein offizielles Öko-Silber-Label) und selbst gemachtem Aquavit in einem wunderschönen, kirchenartigen Gewölbe. Mein Tipp für ein besonders schönes Mittagessen – Öffnungszeiten & Buchung auf aamanns.dk.

Und für alle, die es unkomplizierter mögen: In den Torvehallernen belegt Hallernes Smørrebrød frisch vor deinen Augen – eine Smørrebrød-Bar mitten im Markt (mehr dazu im Torvehallerne-Kapitel).

Feine offene Sandwiches in einer Vitrine, jede Kombination mit beschreibendem Etikett
In der Vitrine wartet jede Kombination mit eigenem Etikett – Smørrebrød ist in Kopenhagen ein volkstümliches Fest · Foto: polldis.com

Preis-Richtwert: In den klassischen Restaurants kostet ein Stück je nach Belag etwa 120–280 dänische Kronen (ca. 16–38 €) – dafür bekommst du ein komplettes, frisch komponiertes Essen. In den Markthallen und Bars zahlst du deutlich weniger (mehr in den Reisetipps weiter unten).

Hot Dog in Kopenhagen vs. Hot Dog in Wien: Pølser gegen Frankfurter

Jetzt wird es persönlich – und familiär. Der Wiener Würstelstand und der dänische Pølsevogn (sprich: „Pölse-waun“, wörtlich „Würstelwagen“) sind Seelenverwandte: beide urige Institutionen der Straßenküche, beide Stätten ehrlicher Genüsse nachts um drei oder zwischen zwei Sehenswürdigkeiten. Und doch könnte der Unterschied größer nicht sein.

Der Pølsevogn: Kopenhagens rollende Küche seit 1921

Kopenhagen war die erste Stadt Dänemarks, die heiße Würstchen auf der Straße erlaubte: 1920 erteilte die Stadtverwaltung die Lizenzen, am 18. Jänner 1921 rollten die ersten sechs Pølsevogne aus. Dahinter steckte der Musiker und Unternehmer Charles Svendsen Stevns, der sich die streetfood-Kultur in Berlin abschaute – der damalige Bürgermeister unterstützte die Idee, weil die Würstelwagen ein Gegengewicht zu den hohen Restaurantpreisen sein sollten. In den 1960er- und 70er-Jahren gab es über 700 Pølsevogne in ganz Dänemark, heute sind es noch rund 100.

Und so bestellst du richtig: Der Klassiker ist der ristet hotdog – die Wurst wird gebraten und kommt in ein weiches, leicht süßes Brötchen. Darauf kommt die ganze dänische Würstel-Kunst:

  • Remoulade – die cremige, leicht süße dänische Sauce, die es einfach überall gibt
  • Ristede løg – knusprig geröstete Zwiebeln (mein Lieblings-Topping)
  • Syltede agurker – saure Gurkerln, in Scheiben
  • Starker Senf – in Dänemark herb, ungesüßt und weniger sauer als unserer
  • Dazu Ketchup und rohe Zwiebelringe, wenn du magst

Die rød pølse („rote Wurst“) mit ihrer traditionell rot gefärbten Haut bekommst du oft klassisch mit dem Brötchen separat dazu. Und dann wäre da noch der fransk hotdog: eine Wurst im ausgehöhlten Baguette-Brötchen, in das zuerst die Sauce gefüllt wird – ein dänisches Erfolgsrezept der späten 70er- und 80er-Jahre, das in Frankreich selbst keiner kennt. Als Begleitung gehört für viele Dänen ein kleines Glas Cocio (Schokoladenmilch) dazu – klingt kurios, passt aber erstaunlich gut.

Speisekarte des DØP-Biowürstelstands in Kopenhagen mit Hot-Dog-Varianten und Preisen in dänischen Kronen
Die Karte am DØP-Würstelstand beim Rundetårn: Hot-Dog-Varianten, Würstchen und Preise in Kronen – mein fotografischer Beweis, dass ich hier sehr lange vor der Entscheidung stand · Foto: polldis.com

Mein Tipp: DØP – der Bio-Pølsemand

Wenn du nur einen einzigen Hot Dog in Kopenhagen isst, dann bei DØP („Den Økologiske Pølsemand“ – der Bio-Würstelmann): 100 % Bio-Wurst, Bio-Brötchen und zwei zentrale Stände (Købmagergade beim Rundetårn und Strøget bei der Helligåndskirken). Es gibt auch vegetarische Würstel und eine Wurst mit Kartoffel-Rüben-Pürée. Die Visit Copenhagen-Seite von DØP nennt die Details; aktuelle Standzeiten findest du auf doep.dk.

Wer es besonders authentisch-original mag: Harry’s Place an der Grenze zwischen Nørrebro und Nordvest rollt seit 1965 die Würstel – eine Kopenhagener Legende mit hausgemachtem Senf und der berühmten „Børge med Krudt“-Wurst (harrysplace.dk, Nordre Fasanvej 269).

Und in Wien? Der Würstelstand schlägt zurück

Zum Vergleich – und weil ich als Wienerin nicht anders kann: Der Wiener Würstelstand ist mindestens genauso stolz auf seine Historie. Der Metzger Johann Georg Lahner, der aus Frankfurt zugewandert war, verkaufte ab dem 15. Mai 1805 in Wien seine Würstel – und nannte sie zu Ehren seiner Lehrstadt „Frankfurter“. Der Rest ist Sprachverwirrung mit System: In Wien heißen sie Frankfurter, in Frankfurt am Main heißen dieselben Würstchen „Wiener“ – und in Kopenhagen heißt die klassische Wurst im Hot-Dog wienerpølse. Auf der Karte liest du allerdings nur „pølse“ oder „ristet hotdog“ – wienerpølse ist der Name der Wurstsorte, nicht des Gerichts. Die Welt ist ein Würstel-Karusell.

Der älteste noch bestehende Wiener Würstelstand ist übrigens der Würstelstand Leo am Döblinger Gürtel, der seit 1928 Burenwurst und Frankfurter verkauft – nur sieben Jahre nach Kopenhagens erstem Pølsevogn. Und wo in Kopenhagen Remoulade und Röstzwiebeln regieren, bestellen wir in Wien die „Eitrige“ (Käsekrainer, deren Käse ausläuft) oder den Frankfurten mit süßem oder scharfem Senf, Kren und einer Semmel. Das Wiener Sortiment reicht von Debreziner über Waldviertler bis Leberkäse – der Pølsevogn hat dafür das süßere Brötchen und die Remoulade. Unentschieden, würde ich sagen – esse einfach beide.

Weihnachtlich dekorierter roter Hot-Dog-Stand in Kopenhagen mit Speisekarten und Hot Dogs mit Röstzwiebeln und Gewürzgurken
Weihnachtlicher Hot-Dog-Genuss in Kopenhagen: Der Stand ist rot geschmückt, die Hot Dogs kommen mit Röstzwiebeln und Gewürzgurken · Foto: polldis.com

Gløgg, Æbleskiver & Co.: Was man in Kopenhagen zur Weihnachtszeit isst

Der dänische Advent hat einen eigenen Duft: Zimt, Nelken, geröstete Mandeln und Glühwein – nur dass der hier Gløgg heißt. Der Unterschied zum Wiener Christkindlmarkt-Punsch ist fein, aber wichtig: In Dänemark kommen Rosinen und geschälte Mandeln mit ins Glas. Der Löffel ist Pflicht, und am Ende isst du die Früchte aus. Lieblings-Bankett der Touristen, Prüfstein für Einheimische.

Dazu gehören zwingend Æbleskiver (sprich: „Eble-Skiwer“, übersetzt „Apfelscheiben“): kleine, kugelrunde Pfannkuchen aus einer Spezialpfanne, traditionell nur im Dezember. Bestäubt mit Puderzucker, mit einem Klecks Erdbeermarmelade im Gesicht – so kennen sie jeder Däne und jede Dänin aus der Kindheit. Auf dem Weihnachtsmarkt, an dem ich sie gegessen habe, kostete das Tellerl mit vier Stück 49 Kronen (Stand meines Besuchs – Preise variieren).

Drei Äbleskiver mit Zuckerguss, dazu ein Glas Gløgg und ein Preisschild für vier Æbleskiver
Der dänische Adventsteller: Æbleskiver mit Zuckerguss und getrockneten Orangenstückchen, dazu ein Glas Gløgg mit Rosinen und Mandeln · Foto: polldis.com

Wo du beides am schönsten bekommst? Auf dem Julemarked am Højbro Plads, meinem Lieblings-Weihnachtsmarkt der Stadt – zwischen Strøget und Kanal, mit Blick auf Christiansborg. In der Saison 2026 ist er von 14. November bis 20. Dezember geöffnet, der Eintritt ist frei, und es gibt Gløgg, Æbleskiver und warme Küche für rund 50–150 Kronen. Mehr zu den Märkten der Stadt findest du in meinem Beitrag „Zauberhafte Weihnachtsmärkte in Kopenhagen“ – und wer den Zauber des Tivoli zur Weihnachtszeit mag, isst sich dort ebenfalls von Standl zu Standl.

Holzschild Willkommen am Weihnachtsmarkt auf dem Højbro Plads über einem lichtergeschmückten Straßeneingang
„Velkommen til Julemarked på Højbro Plads“ – willkommen am Weihnachtsmarkt am Højbro Plads, meiner ersten Station für Gløgg und Æbleskiver · Foto: polldis.com

Essen die Dänen an Weihnachten selbst?

Der Dezember gehört der Julefrokost, dem Weihnachtslunch mit Kolleginnen, Freundinnen und Familie: Essigheringe und Fisch zuerst, dann warme und kalte Fleischgerichte (Schweinebraten, Frikadellen, Medisterpølse), Käse und Risalamande. Am Heiligen Abend gibt’s klassisch Flæskesteg (Schweinebraten mit glasartiger Kruste) oder Ente mit karamellisierten Erdäpfeln und Rotkraut – und als Dessert Risalamande: kalter Reispudding mit Schlagsahne und gestiftelten Mandeln, warme Kirschsauce dazu. Eine ganze Mandel versteckt sich darin – wer sie findet, bekommt die Mandelgave (Mandelgeschenk), traditionell ein Marzipanschwein. Diese Tradition wurde laut dänischer Enzyklopädie lex.dk erst nach dem Zweiten Weltkrieg allgemein üblich – zuvor galt der Reispudding als Delikatesse der gehobenen Küchen.

Und statt Maroni (Erdäpfel-Winterkulinarik ist in Österreich gesetzlich verankert, behaupte ich) duften in Kopenhagen brændte mandler – kandierte, geröstete Mandeln – durch die Gassen. Am offenen Feuer gegrillte Spieße und warme Snacks runden das Markt-Angebot ab.

Am offenen Feuer gegrillte Fleischspieße auf einem Weihnachtsmarkt in Kopenhagen
Warme Stärke für kalte Märkte: Am offenen Feuer gegrillte Fleischspieße am Kongens Nytorv · Foto: polldis.com

Flødeboller vs. Schwedenbomben: Wer hat sie erfunden?

Diese Frage habe ich mir in Kopenhagen zum ersten Mal bewusst gestellt – und die Antwort ist ein kleines süßes Historien-Kapitel. Denn die Flødeboller („Sahne-Brötchen“, Singular: Flødebolle) und unsere Schwedenbomben sehen sich verblüffend ähnlich: eine luftige Schaumkuppel auf einem Boden, überzogen mit Schokolade. Und trotzdem sind sie zwei eigenständige Erfindungen.

Die Flødebolle: Dänemarks süßes Nationalvermächtnis aus dem 19. Jahrhundert

Die Flødebolle wurde im 19. Jahrhundert in Dänemark erfunden – als Luxusgebäck mit echter Sahne gefüllt, was ihr den Namen gab. Erst später ersetzte man die Sahne durch eine haltbare Masse aus Eischnee und Zucker (eine Art weiches Baiser), um industriell produzieren zu können. Noch immer ist die Flødebolle in Dänemark kulturell verankert: Kinder bringen sie in der Schule zum Geburtstag mit, und ein großer dänischer Produzent (die Schokoladenfabrik Elvirasminde) stellt allein eine bis zwei Millionen Stück pro Tag her. Seit ein paar Jahren erlebt die Flødebolle zudem ein Luxus-Revival: Feinconfiserien verkaufen sie wie Pralinen – mit Marzipan-Böden, edler Couverture und Sorten von Johannisbeere bis Lakritz.

Vitrine mit schokoladeüberzogenen Flødeboller-Variationen: weiße Schokolade mit Erdbeerstreuseln, dunkle Schokolade mit Kokosraspeln und goldenen Streuseln
Die Flødebolle als Luxusobjekt: schokoladeüberzogene Schaumkuppeln mit weißer Couverture & Erdbeerstreuseln, dunkler Schokolade & Kokosraspeln oder goldenen Streuseln · Foto: polldis.com

Die Schwedenbombe: Wiener Erfindung von 1926 – mit schwedischem Namen

Und nun das Wiener Kapitel: Die Schwedenbombe ist nicht aus Dänemark nach Österreich gekommen – sie wurde in Wien erfunden. Im Jahr 1926 kreierten der Wiener Zuckerbäcker Walter Niemetz und seine Frau Johanna eine luftige Süßigkeit aus Eischnee und Zucker auf einer Waffel mit Schokoladenüberzug. Ihren Namen verdankt sie einer Herzensgeschichte: Ein befreundeter Schwede hatte dem Paar in schweren Zeiten geholfen – zum Dank tauften die Niemetz ihre Erfindung „Schwedenbombe“. 1930 gründete das Paar die Süßwarenmanufaktur in der Wiener Aspangstraße (3. Bezirk), 1934 wurde die Schwedenbombe als Marke im österreichischen Markenregister eingetragen. Nach einer kriegsbedingten Pause lief die Produktion ab 1952 wieder an. 2013 – nach der Fan-Rettungsaktion „Rettet die Schwedenbombe“ – übernahm die Heidi Chocolat AG die Marke, seither werden die Schwedenbomben in Wiener Neudorf produziert. Kurz: Die Schwedenbombe ist ein echtes Stück Wiener Zuckerbäckerei – nur der Name stammt aus dem Norden.

Der direkte Vergleich – das unterscheidet Flødeboller und Schwedenbomben

Alter: Flødebolle = 19. Jahrhundert, Dänemark · Schwedenbombe = 1926, Wien
Boden: Flødebolle = Kek- oder (in der Luxusversion) Marzipan-Boden · Schwedenbombe = Waffelboden
Füllung: Flødebolle = ursprünglich Sahne, heute Baiser-/Eischneemasse · Schwedenbombe = Eischnee-Schaum auf Waffel
Schokolade: Flødeboller-Deluxe = Couverture, oft dunkel oder weiß, mit Geschmacksrichtungen (Johannisbeere, Lakritz) · Schwedenbomben = klassisch Milchschokolade, die ewige Frage beim Öffnen der Packung: Schokolade oder Kokosraspeln?
Kultur: Flødebolle = vom Geburtstagsklassenzimmer bis zur Pralinen-Vitrine · Schwedenbombe = der Supermarkt-Klassiker aus österreichischen Kindheitstagen (und österreichisches Kulturgut mit eigener Fan-Rettungsgeschichte)

Wo du in Kopenhagen die besten Flødeboller bekommst

Mein Geheimtipp: Summerbird – eine dänische Bio-Schokoladenmanufaktur mit einem Stand in den Torvehallerne. Die Flødeboller hier sind die Veredelung der Gattung: Marzipanböden, weiche Meringue, edle Couverture, Sorten von Johannisbeere bis Lakritz. Perfekt als Mitbringsel oder als süße Pause mitten im Marktbummel (summerbird.dk).

Und wer die volle Konditorei-Romantik will: Im Conditori La Glace, Dänemarks ältestem Konditori (gegründet am 8. Oktober 1870 von Nicolaus Henningsen, heute in der sechsten Generation), sitzt du in alten, wunderschönen Räumen und isst Kuchen, Schokolade und Süßes wie vor 150 Jahren – mitten in der Altstadt, Skoubogade 3 (laglace.dk).

Kinder in einer weihnachtlich beleuchteten Backstube mit KI-generierten Weihnachtsbildern als Inspiration für Weihnachtsgrüße

Süße Eindrücke – auf deiner Weihnachtskarte

Flødeboller-Vitrinen, Gløgg-Dampf und Kerzenlicht: Genau solche Reiseeindrücke lassen sich am Laptop in zauberhafte Weihnachtsbilder verwandeln – mit KI, ganz ohne Fotobearbeitung. Im Online-Kurs „Weihnachtsgrüße mit KI“ zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du festliche Karten und kleine animierte Videos selbst erschaffst. Als Bonus wartet meine erprobte Promptsammlung mit 33 Prompts für zauberhafte Weihnachts- und Neujahrsbilder auf dich.

Zu den Weihnachtsgrüßen mit KI

Torvehallerne: Mein kulinarisches Highlight in Kopenhagen

Gesteh ich es zu: Die Torvehallerne sind mein absolutes Herzensort in Kopenhagen. Zwei lichtdurchflutete Glas-Markthallen direkt am Israels Plads, nur ein paar Schritte vom Bahnhof Nørreport – hier treffen sich Einheimische auf dem Weg zur Arbeit neben Touristinnen mit Rollkoffer, und überall duftet es nach frischem Brot, Kaffee, Käse und Meer. Eröffnet wurden die Hallen im September 2011 und knüpfen damit an eine lange Markttradition des Platzes an: Bereits 1889 wurde hier der städtische Obst- und Gemüsemarkt (Grønttorvet) eingerichtet, der 1958 nach Valby übersiedelte – bevor der Architekt Hans Peter Hagens ab 1997 den Traum der Markthallen wiederbelebte.

Rund 60 Stände teilen sich die zwei Hallen: Fisch, Käse, Fleisch und Wurst, Gewürze, Blumen, Kaffee und alles, was das Herz begehrt. Meine persönlichen Highlights:

  • Hallernes Smørrebrød – die Smørrebrød-Bar mit Blick in die Vitrine: frisch belegte Stücke, dazu ein Bier und ein Snaps; 16 Plätze an der Bar, draußen gemeinsame Sitzgelegenheiten (hallernes.dk)
  • Coffee Collective – Kopenhagens Kaffee-Pioniere mit einer offenen Bar mitten im Markt (coffeecollective.dk)
  • Summerbird – die Luxus-Flødeboller aus dem Kapitel oben, gleich nebenan (Stand-Übersicht auf torvehallernekbh.dk)
  • Und dann einfach: durch die Reihen schlendern, Käse probieren, ein Glas Wein trinken und schauen, wie Kopenhagen isst.
Essen in Kopenhagen: Torvehallerne Markthallen mit Glasgebäude, Flaschenregalen und Gewürzstand
Torvehallerne: Draußen die Glasarchitektur am Israels Plads, drinnen Flaschenregale, Gewürzstände und Naschwerk – für mich der schönste Ort, um Kopenhagen mit dem Magen zu verstehen · Foto: polldis.com
Kühlvitrine mit dänischen Käsesorten, jeweils mit Preisschild pro 100 Gramm
Dänischer Käse mit Preisschild pro 100 Gramm – die Kühlvitrine ist ein Eigenversuch-Feld für Genießerinnen · Foto: polldis.com

Praktisch: Der Eintritt ist frei, die Hallen sind i. d. R. täglich von ca. 10 bis 19 Uhr geöffnet (Samstag und Sonntag teils nur bis 18 Uhr, einzelne Stände wie die Bäckerei starten schon ab 7 Uhr). Am Wochenende wird es voll – wer es gemütlicher mag, kommt unter der Woche oder vormittags. Die offiziellen Standorte, Öffnungszeiten und Sonderzeiten findest du auf torvehallernekbh.dk. Kombinier die Hallen am besten mit einem Besuch des Rundetårms oder einem Bummel über die Strøget – alles liegt fünf Gehminuten auseinander.

Wo bekommt man das beste Essen in Kopenhagen? Meine Tipps für deine Weihnachtsreise

Ein paar ehrliche Reisetipps von Wienerin zu Kopenhagen-Besucherin – damit deine kulinarische Weihnachtsreise entspannt und genießbar wird:

  • Budget-Realismus: Kopenhagen ist teuer, aber die Straßenküche ist der günstigste Weg in die Kulinarik. Rechne mit ca. 50–80 Kronen (7–11 €) für einen Hot Dog am Pølsevogn, ca. 80–140 Kronen (11–19 €) für ein Gericht in den Markthallen und 120–280 Kronen (16–38 €) pro Smørrebrød im Restaurant.
  • Reservieren, reservieren, reservieren: Schønnemann, Ida Davidsen und Aamanns 1921 sind im Advent oft Wochen ausgebucht. Spontan funktioniert: Hallernes Smørrebrød in den Torvehallerne und jeder Pølsevogn.
  • Karte zahlen: Dänemark ist nahezu bargeldlos – auch die Würstelwagen nehmen Karten und kontaktloses Zahlen. Bargeld brauchst du praktisch nie.
  • Timing: Weihnachtsmärkte sind nach Einbruch der Dunkelheit (im Dezember schon am Nachmittag!) am schönsten, aber auch am vollsten. Wochentage und die Zeit zwischen 15 und 17 Uhr sind mein Geheimtipp für entspanntes Naschen.
  • Vegetarisch & vegan: Kein Problem – DØP hat vegetarische Würstchen, die Markthallen bieten zahlreiche pflanzliche Alternativen, und in ganz Kopenhagen gibt’s herbstliche Gemüse-Smørrebrød.
  • Sprache: Englisch funktioniert überall. Und ein freundliches „Tak!“ (Danke) zaubert hinter jeder Vitrine ein Lächeln.

Wenn du die Stadt kulinarisch in zwei Tagen eroberst: Tag 1 beginnt mit Frühstück in den Torvehallerne, Mittagessen-Smørrebrød bei Hallernes oder Ida Davidsen, Hot Dog als Jause bei DØP und abends Gløgg & Æbleskiver am Højbro Plads. Tag 2 gehört Schønnemann oder Aamanns 1921 – und zum Abschluss eine Flødebolle von Summerbird als süßes Reiseandenken. Und falls du nach Skandinavien-Weihnachtsstimmung suchst, lies auch meinen Beitrag über die Weihnachtszeit in Stockholm – für die Verlängerung deiner Reise.

Weihnachtliche Winterlandschaft mit Oldtimer vor rotem Haus als KI-generiertes Stimmungsbild

Dein kulinarischer Advent am Laptop

Wenn du nach all diesen Genüssen selbst in Weihnachtsstimmung kommst: In meinem Online-Kurs erschaffst du am Laptop eigene KI-Weihnachtsbilder und verwandelst sie in persönliche Weihnachtsgrüße – kleine animierte Videos inklusive. Kein Basteln, keine eigenen Fotos nötig. Meine erprobte Promptsammlung mit 33 Prompts für zauberhafte Weihnachts- und Neujahrsbilder gehört als Bonus dazu.

Jetzt kreativ werden

Häufige Fragen zum Essen in Kopenhagen

Was ist Smørrebrød?

Smørrebrød ist Dänemarks klassisches offenes Sandwich auf schwerem Sauerteig-Roggenbrot (rugbrød), hoch belegt mit Hering, Fisch, Leberpastete, Roastbeef oder Käse. Gegessen wird es mit Messer und Gabel – zwei bis drei Stück sind eine vollständige Mittagsmahlzeit, traditionell mit Bier und einem Glaserl Aquavit (Snaps).

Was kostet Essen in Kopenhagen?

Kopenhagen ist teuer, aber fair: Ein Hot Dog am Pølsevogn kostet ca. 50–80 dänische Kronen (7–11 €), ein Gericht in den Markthallen ca. 80–140 Kronen (11–19 €), ein Smørrebrød im Restaurant ca. 120–280 Kronen (16–38 €). Beinahe überall kann man mit Karte zahlen.

Was ist der Unterschied zwischen Flødeboller und Schwedenbomben?

Beide sind schokoladeüberzogene Schaumkuss-Verwandte – aber eigenständige Erfindungen: Die Flødebolle stammt aus dem Dänemark des 19. Jahrhunderts (ursprünglich mit Sahne gefüllt, daher der Name) und wird heute oft mit Marzipanboden und edler Couverture als Luxus-Praline verkauft. Die Schwedenbombe wurde 1926 in Wien von Walter und Johanna Niemetz erfunden – Waffelboden, Eischneeschaum, klassisch Milchschokolade oder Kokosraspeln.

Wer hat die Schwedenbombe erfunden?

Die Schwedenbombe wurde 1926 in Wien vom Zuckerbäcker-Paar Walter und Johanna Niemetz erfunden – nicht etwa aus Dänemark importiert. Den Namen verdankt sie einem schwedischen Freund des Paars, der die Niemetz in schwierigen Zeiten unterstützt hatte: Aus Dankbarkeit wurde die Süßigkeit nach ihm benannt. Seit 2013 produziert die Heidi Chocolat AG die Schwedenbomben in Wiener Neudorf.

Was isst man in Dänemark zu Weihnachten?

Zum Advent gehören Gløgg (Glühwein mit Rosinen und Mandeln im Glas) und Æbleskiver (kugelrunde Pfannkuchen mit Puderzucker und Marmelade). Über den Dezember verteilt feiern Dänen die Julefrokost-Weihnachtslunches, am Heiligen Abend gibt es klassisch Schweinebraten (Flæskesteg) oder Ente mit karamellisierten Erdäpfeln und Rotkraut – und als Dessert Risalamande mit einer versteckten Mandel, deren Finder die Mandelgave erhält.

Muss man für die Torvehallerne Eintritt zahlen?

Nein – der Eintritt in die Markthallen ist frei. Du zahlst nur das, was du an den Ständen kaufst. Die Hallen sind i. d. R. täglich ca. 10–19 Uhr geöffnet, einzelne Stände (Bäckerei) öffnen schon ab 7 Uhr.

Kleiner Rückblick zum Schluss: Essen in Kopenhagen heißt für mich: Neugier am Pølsevogn, Respekt vor dem Rugbrød und ein Stück Luxus aus der Flødebolle-Vitrine. Wenn dich nach dem Lesen das Fernweh packt, findest du auf polldis.com mehr Weihnachtsreisen – von den Weihnachtsmärkten in Wien bis nach Skandinavien. Guten Appetit – und tak!

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