Der Weihnachtsmarkt St. Ulrich ist ein Weihnachtsmarkt der anderen Art: Es gibt keinen zentralen Marktplatz, die Stände verteilen sich über die gesamte Fußgängerzone des Grödner Hauptorts. Deshalb nennt sich der Advent hier „Weihnachtsdorf“ – und über den Dächern stehen statt einer Stadtsilhouette die Dolomiten.
Auf meiner Weihnachtsmarktreise durch Südtirol habe ich auch in St. Ulrich Halt gemacht – und ich bin vor allem vor einer Sache immer wieder stehengeblieben: der Holzschnitzkunst. Geschnitzte Krippenfiguren am Stand, ein bemaltes Zifferblatt mit Mann und Frau in traditioneller Tracht am Holzturm, Holzornamente an den Hausfassaden – hier gehört Handwerk einfach zum Dorf dazu.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit ins Grödner Weihnachtsdorf: Ich habe die Termine und voraussichtlichen Öffnungszeiten 2026/27 zusammengestellt, erkläre dir, warum das Weihnachtsdorf-Prinzip so charmant ist, zeige dir, was die Grödner Schnitzkunst so besonders macht – und wie du am besten anreist.
✳ Stand: Juni 2026 – die Öffnungszeiten sind voraussichtlich, bitte vor deiner Reise kurz auf der offiziellen Seite des Weihnachtstals gegenchecken.
🗺️ Das Weihnachtsdorf verteilt sich über die gesamte Fußgängerzone von St. Ulrich – vom Dorfzentrum bis zum Antoniusplatz ist alles bequem zu Fuß erreichbar. Die Karte zeigt dir die Orientierungspunkte: Zentrum, Pfarrkirche, Talstation der Seiser Alm Bahn und Bus-Halt. Zoomen geht mit den +/−-Buttons (am Handy mit zwei Fingern), die Karte scrollt nicht mit, wenn du die Seite weiterscrollst.
- Weihnachtsdorf St. Ulrich 2026/27: 28.11.2026–6.1.2027 · voraussichtliche Zeiten · Eintritt frei
- Eröffnungswochenende & erste Adventszeit: 28. & 29.11. Geschäfte 16–19 Uhr, Gastro 16–20 Uhr · 30.11.–4.12. GESCHLOSSEN · 5.12. 11–17 Uhr · 6.–8.12. 11–19 Uhr
- 9.12.2026–6.1.2027: Mo–Fr 16–19 Uhr · Sa & So 11–19 Uhr · Gastro durchgehend bis 20 Uhr (ab 21.12. täglich 11–20 Uhr)
- Sonderzeiten: 24.12. 11–17 Uhr · 25.12. nur Gastro 11–20 Uhr · 31.12. 11–17 Uhr · 1.1. 16–19 Uhr · 6.1. 11–19 Uhr
- Fixpunkte: Stände in der ganzen Fußgängerzone · Grödner Holzschnitzkunst & Krippenfiguren · Dolomiten-Kulisse · Weihnachtsdorf seit 2014 · Wolkenstein rund 20 Autominuten entfernt
Warum der Weihnachtsmarkt St. Ulrich mehr als ein Markt ist
St. Ulrich ist der Hauptort von Gröden – und Gröden ist kein gewöhnliches Tal: Es ist das Schnitzertal der Dolomiten, in dem die Holzschnitzerei seit Generationen Handwerk und Identität zugleich ist. Dazu kommen die bunten Häuser des Orts, das Ladinische, das dir auf den Straßenschildern begegnet, und eine Bergkulisse, die von Seceda bis Langkofel reicht. Wenn hier Weihnachten ist, dann ist das ganze Dorf Weihnachten.
Genau deshalb hat mich der Weihnachtsmarkt St. Ulrich so angesprochen: Du gehst nicht auf einen Marktplatz, du bummelst durch ein festlich geschmücktes Bergdorf und findest die Stände überall dort, wo du ohnehin gerne stehen bleibst – vor einer Krippe, unter dem Uhrturm, neben dem geschmückten Baum.
Mein idealer St.-Ulrich-Tag im Advent sieht so aus: vormittags mit einer der Bergbahnen hinauf, zum Beispiel zum Aussichtsblick vom Seceda, nachmittags bei Einbruch der Dunkelheit zurück ins Dorf – und abends durchs Weihnachtsdorf, von Stand zu Stand, mit Glühwein in der Hand und Dolomiten im Blick.
Das Weihnachtsdorf: Stände in der gesamten Fußgängerzone
Das Weihnachtsdorf St. Ulrich – offiziell „Nadel Urtijëi“, auf Ladinisch so viel wie „Weihnachtsbaum St. Ulrich“ – verzaubert das Dorf seit 2014. Statt alles auf einen Platz zu konzentrieren, verteilen sich die Stände über die gesamte Fußgängerzone: Du bummelst durch die Gassen, drehst dich um – und überall glänzen Lichter, duftet es nach Glühwein und gebrannten Mandeln, und dazwischen spielen heimische Musiker ihre ruhigen Adventsklängen. Die offizielle Tourismusseite nennt das eine „stimmungsvolle Bergweihnacht mit einem Hauch von Glamour“ – und trifft damit ziemlich gut, was mich beim Besuch empfangen hat.
Aktuelle Details zum Weihnachtsdorf findest du im Event-Eintrag auf suedtirol.com – die verlässlichsten Zeiten hat aber die offizielle Seite des Weihnachtstals, die ich auch für diesen Beitrag als Hauptquelle verwendet habe.
Übrigens: St. Ulrich ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Gröden-Weihnachtsrunde. Rund 20 Autominuten talabwärts wartet in Wolkenstein die „Mountain Christmas“ mit ihrer Seilbahn-Lichterkette – mein Bericht vom Weihnachtsmarkt Wolkenstein zeigt dir, was dich dort erwartet. Beide Märkte an einem Wochenende zu kombinieren, ist meine Empfehlung für alle, die Gröden wirklich erleben wollen.
Holzschnitzkunst & Krippenfiguren: St. Ulrichs Herzstück
Wenn es ein Souvenir gibt, das du nur in Gröden so bekommst, dann ist es eine geschnitzte Krippenfigur. Das Grödnertal ist das wohl bekannteste Schnitzertal der Alpen: In St. Ulrich wird das Handwerk seit Generationen weitergegeben, die Figuren aus Holz sind weit über Südtirol hinaus bekannt. Dass du diese Tradition ausgerechnet am Weihnachtsdorf erlebst – zwischen Krippenständen, Christbaumschmuck aus Holz und Schnitzereien aller Art – macht den Besuch für mich so besonders.
Wenn dich kreatives Handwerk aus Südtirol begeistert: In meinem Beitrag über Olletog – kreatives Handwerk aus Südtirol stelle ich dir eine Marke vor, die genau diese südtiroler Handwerkstradition neu denkt.
Kulinarik: Brezeln, Glühwein & Südtiroler Spezialitäten
Zwischen den Geschenkständen sorgen die Essensstanderl für das, was an einem Adventsmarkt einfach dazugehört: Brezeln von der Kreidetafel, ein heißer Glühwein gegen die Kälte und Südtiroler Schmankerln von Käse bis Weihnachtsgebäck. Ich mag ja die Stände am meisten, an denen die Karte noch mit Kreide geschrieben wird – da fühlt sich ein Markt noch richtig authentisch an.
Praktisch: Die Gastronomie schenkt länger aus als die Geschäfte offen haben – durchgehend bis 20 Uhr, ab dem 21. Dezember sogar täglich ab 11 Uhr. Du kannst also in Ruhe bummeln und dich danach mit einem Glas Glühwein in die kalte Wärme des Standls zurückziehen. Bis dahin überbrücke ich die Wartezeit bis zum Marktbesuch gerne mit meinen Glühwein-Rezepten.
Weihnachtsschmuck & Lichter: das ganze Dorf glänzt
Was mir in St. Ulrich besonders aufgefallen ist: Der Weihnachtsschmuck hängt nicht nur an den Ständen, sondern am ganzen Dorf. An den Fassaden der bunten Häuser leuchten Holzornamente, Girlanden spannen sich über die Gassen, und vor den Cafés und Bars stehen geschmückte Tannen – etwa vor der Posta’s Bar & Piano direkt im Herzen des Orts.
Mein persönliches Lieblingsmotiv hast du weiter oben schon gesehen: das bemalte Zifferblatt mit dem Paar in Tracht am Holzturm. Für mich kommt darin zusammen, was St. Ulrich ausmacht – Handwerk, Tradition und Winter in einem einzigen Motiv.
Anreise nach St. Ulrich: Bus, Auto & Bergbahnen
Mit dem Bus: die entspannteste Variante. Die Linie 350 fährt von Bozen (teils ab Brixen) nach St. Ulrich, die Linien 351 (ab Klausen) und 172 (ab Kastelruth) bringen dich ebenfalls bis zum Antoniusplatz – von dort läuft sich das Weihnachtsdorf fast von selbst.
Mit dem Auto: über die Brennerautobahn A22 bis Bozen, dann auf der SS 242 ins Grödnertal hinauf. Parken kannst du im Parkhaus Central oder an den Talstationen der Seiser Alm Bahn und der Seceda Bahn – von allen dreien bist du in wenigen Minuten mitten in der Fußgängerzone. Im Winter unbedingt Winterreifen mitnehmen, die Straße ins Tal kann schneien.
Mit den Bergbahnen kombinieren: Seiser Alm Bahn, Seceda Bahn und Raschötzerbahn starten alle in St. Ulrich – ideal, um vormittags in die Winterlandschaft hinauf und nachmittags ins Weihnachtsdorf zurückzukehren. Alle aktuellen Zeiten der Grödner Weihnachtsmärkte findest du gesammelt auf der offiziellen Weihnachtstal-Seite von Gröden.
Meine Tipps für deinen Besuch
- Termin klug wählen: Zwischen 30. November und 4. Dezember ist das Weihnachtsdorf geschlossen – plane danach. Unter der Woche öffnen die Geschäfte erst um 16 Uhr, am Wochenende durchgehend ab 11 Uhr.
- Bergbahn + Markt kombinieren: vormittags mit der Seceda Bahn hinauf in die Dolomiten, nachmittags zurück ins Weihnachtsdorf – so bekommst du beides an einem Tag.
- Gröden-Runde machen: St. Ulrich und Wolkenstein liegen nur rund 20 Autominuten auseinander – beide Weihnachtsmärkte an einem Wochenende sind die perfekte Gröden-Adventskombi.
- Krippenfiguren als Mitbringsel: Echte Grödner Holzschnitzkunst bekommst du nirgends authentischer als hier – ein Geschenk, das man nicht überall kaufen kann.
- Fotos in der blauen Stunde: Wenn die Dämmerung einsetzt und die Lichter angehen, ist St. Ulrich von seiner schönsten Seite – der Baum im Ortszentrum und das bemalte Zifferblatt am Holzturm sind die besten Motive.
- Zeiten vorab checken: Die Öffnungszeiten sind voraussichtlich – ein kurzer Blick auf die offizielle Weihnachtstal-Seite vor der Abfahrt erspart dir eine böse Überraschung.
FAQ: Häufige Fragen zum Weihnachtsmarkt St. Ulrich
Wann findet der Weihnachtsmarkt St. Ulrich statt?
Das Weihnachtsdorf St. Ulrich ist voraussichtlich vom 28. November 2026 bis 6. Jänner 2027 geöffnet – mit einer Pause vom 30. November bis 4. Dezember. Nach dem Nikolaus-Wochenende läuft es durchgehend bis Dreikönig; unter der Woche öffnen die Stände ab 16 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr. Die Gastronomie schenkt täglich bis 20 Uhr aus.
Warum heißt der Markt „Weihnachtsdorf St. Ulrich“?
Weil es keinen zentralen Marktplatz gibt: Die Stände verteilen sich über die gesamte Fußgängerzone von St. Ulrich. Das Dorf gibt sich deshalb den Namen Weihnachtsdorf – offiziell „Nadel Urtijëi“, auf Ladinisch so viel wie „Weihnachtsbaum St. Ulrich“. Du bummelst also nicht über einen Platz, sondern durchs ganze festlich geschmückte Ortszentrum.
Wo genau finde ich die Stände?
Überall in der Fußgängerzone des Ortszentrums – vom Dorfzentrum bis zum Antoniusplatz ist alles kompakt beieinander. Du brauchst kein Auto: Parkplatz oder Bushaltestelle, dann zu Fuß von Stand zu Stand.
Was kann ich dort kaufen?
Vor allem echtes Grödner Kunsthandwerk: geschnitzte Krippenfiguren, Holzschnitzereien und Christbaumschmuck aus Holz – dazu Geschenke von regionalen Ausstellerinnen und Ausstellern. Kulinarisch sorgen die Stände mit Brezeln, Glühwein und Südtiroler Spezialitäten für das leibliche Wohl.
Was kostet der Eintritt?
Nichts – das Weihnachtsdorf St. Ulrich ist frei zugänglich. Du zahlst nur, was du isst, trinkst oder einkaufst.
Wie komme ich nach St. Ulrich?
Mit dem Bus: Die Linie 350 fährt von Bozen (teils ab Brixen) nach St. Ulrich, die Linien 351 ab Klausen und 172 ab Kastelruth ebenfalls bis zum Antoniusplatz. Mit dem Auto über Bozen ins Grödnertal (SS 242); Parken am Parkhaus Central oder an den Talstationen der Seiser Alm Bahn und der Seceda Bahn.
Mein Fazit
Der Weihnachtsmarkt St. Ulrich hat mir gezeigt, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, wenn ein ganzes Dorf mitmacht: Stände in der gesamten Fußgängerzone, Grödner Holzschnitzkunst bis hinauf zum Zifferblatt des Uhrturms, kulinarische Stände mit Brezeln und Glühwein – und über allem die Dolomiten. Wer Kunsthandwerk, Bergdorf-Atmosphäre und echte Wintermärchenlandschaft sucht, ist im Weihnachtsdorf genau richtig.
Übrigens: Meine Erlebnisse vom Weihnachtsmarkt Bruneck, vom Weihnachtsmarkt Sterzing, vom Weihnachtsmarkt Brixen, vom Weihnachtsmarkt Wolkenstein und vom Weihnachtsmarkt Bozen habe ich ebenfalls aufgeschrieben – fünf weitere Südtirol-Stationen von meiner Weihnachtsmarktreise.
Wenn du jetzt Lust auf mehr bekommen hast: Auf Rund um Weihnachten sammle ich alle meine Weihnachtsmarkt-Erlebnisse aus Europa – inklusive meiner persönlichen Weihnachtsmarktkarte. Und Gröden hat mich sowieso noch nicht fertig gesehen.